Bilder und Berichte

Unser Vereinsausflug vom August 2015
Auf den Spuren vergangener Figuren auf dem Sagenweg im Toggenburg



Vor einer Vereinsreise hofft man natürlich auf schönes Wetter und so geht der Blick immer wieder Richtung Thermometer. Dieses Mal hatte es der Wettergott wirklich gut mit uns gemeint – wir traten unsere Reise Richtung Toggenburg bei strahlend blauem Himmel an.
Dann fragt man sich weiter, ob man die Strecke bewältigen kann und man fit genug dafür ist. Auch dies kann hier schon bejaht werden, schliesslich sind wir ja ein Turnverein!

Dieses Jahr verfolgte uns jedoch eine ganz andere Frage und die Lösung sollte erst am Ende der Wanderung gefunden werden. Was ist ein «Schlorziflade»?
So hatte man während der Wanderung genügend Zeit, darüber nachzudenken und zu philosophieren. Und so ganz nebenbei die herrliche Aussicht auf den Säntis und die Churfirsten zu geniessen. Diesmal war es auch deshalb ein besonderes Wandererlebnis, weil nur sehr wenige SVKT-ler mitkamen, dafür waren von der Mädchenriege bis zum 50+ alle Gruppierungen vertreten. Die Stimmung jedenfalls war ausgezeichnet.

Aber jetzt zurück zum Anfang: Wir mussten alle früh aufstehen, damit wir rechtzeitig losfahren konnten. Denn das Toggenburg ist weit weg und wir wollten ja genügend Zeit haben für den Sagenweg.
Los ging es auf der Alp Sellamatt, dort startet und endet der Sagenweg. Gleich neben der Seilbahn stand die erste Tafel mit einer schaurig-schönen Sage; es folgten noch 12 weitere Tafeln. Diese Sagen sind zum Teil ziemlich urchig und wir bekamen einen guten Eindruck, wie das in früheren (und offenbar ziemlich düsteren) Zeiten dort so zu und her ging.
Doch bevor es losging, gab es noch Kaffee und Gipfeli für alle im Bergrestaurant, wo auch das Schild an der Wand hing mit dem ominösen Angebot «Schlorziflade», was eindeutig auf etwas Essbares hindeutete. Süss oder salzig – das sorgte für etliche Spekulationen.
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Wir starteten bei knapp 1400m und von da an ging es stetig bergauf, manchmal mussten wir sogar etwas klettern. Unterwegs hatten wir jedoch genügend Zeit und Musse, mitten auf der Kuhweide (ohne Kühe) unser mitgebrachtes Pick-Nick zu verzehren. Bei der Hälfte der Strecke erwartete uns dann die Höhle «Wildenmannlisloch» auf 1600m. In der Höhle konnten wir uns ein wenig abkühlen, da es darin dunkel und feucht war. Allerdings musste man höllisch aufpassen, dass man auf den nassen Steinen nicht ausrutschte oder den Höhlenbär, dessen Geist sicher noch aus grauer Vorzeit darin hauste, nicht aufweckte.
Dann ging es auf einem anderen Weg wieder retour zur Sellamatt, wo wir dann endlich das Rätsel um den «Schlorziflade» lösen konnten. Zwar nicht alle gemeinsam, denn kurz vor Ende der Wanderung konnte eine Ausreissergruppe dem Ruf des «Schlorziflade» nicht mehr länger widerstehen und eilte zurück zur Sellamatt, um sofort die entsprechende Bestellung aufzugeben. Und siehe da, ein «Schlorziflade» ist ein flacher Kuchen mit einem Belag aus gekochten, pürierten Dörrbirnen und einem Rahmguss und schmeckte wunderbar.
Alle offenen Fragen waren somit beantwortet, das Wandersoll erfüllt, der Durst gelöscht, die Aussicht genossen. Ein wunderbarer Ausflug endete und die schweissgebadeten  Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich auf eine kühle und wohlverdiente Dusche zuhause.
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